Radwechsel: Ablauf, Safety-Check und Preisfaktoren

Radwechsel: der saisonale Tausch, sauber gemacht

Zweimal im Jahr wandern die Räder. Was dabei tatsächlich geprüft wird, warum das Drehmoment kein Detail ist und wovon der Aufwand abhängt.

Dieser Beitrag gehört zum Ratgeber Reifenpreise und Wechselkosten.

Radschrauben werden beim Radwechsel mit dem Drehmomentschlüssel angezogen

Was passiert beim Radwechsel?

Kurze Antwort: Fertig bereifte Kompletträder werden abgeschraubt und gegen den zweiten Satz getauscht. Der Reifen bleibt dabei auf seiner Felge.

Wer zwei Radsätze besitzt, braucht im Frühjahr und im Herbst keine Maschine, die Gummi von Metall trennt. Es geht um saubere Handarbeit: Fahrzeug anheben, Räder lösen, tauschen, Sitzflächen kontrollieren, wieder ansetzen und mit dem Wert festziehen, den der Hersteller vorgibt. Der abgenommene Satz muss anschließend irgendwo bleiben – wer keinen Platz hat, gibt ihn zur Reifeneinlagerung ab.

Genau dieser letzte Punkt entscheidet mehr, als vielen bewusst ist. Zu locker angezogene Räder können sich lösen, zu fest angezogene verspannen die Bremsscheibe und können sie auf Dauer verziehen. Deshalb arbeiten wir mit Drehmomentschlüssel statt nach Gefühl.

Worin unterscheidet sich der Radwechsel von der Reifenmontage?

Kurze Antwort: Beim Wechsel bleibt der Reifen auf der Felge, bei der Montage kommt er herunter. Der Unterschied im Aufwand ist erheblich.

Ein Radwechsel ist reine Schrauberei am Fahrzeug. Eine Montage bedeutet Maschinenzeit, ein neues Ventil, eine Sichtprüfung der Felge und anschließend das Auswuchten. Wer neue Reifen kauft, kommt an der Montage nicht vorbei. Wer bereits einen zweiten kompletten Satz im Keller stehen hat, braucht nur den Wechsel.

Was wird beim Safety-Check geprüft?

Kurze Antwort: Unsere Monteure sehen sich die Räder beim Wechsel augenscheinlich auf Beschädigungen an und prüfen die Profiltiefe.

Der Moment, in dem ein Rad ohnehin in der Hand liegt, ist der günstigste für einen prüfenden Blick. Risse in der Flanke, Beulen, eingefahrene Fremdkörper oder ein Profil, das sich der Grenze nähert, fallen dann auf – und nicht erst, wenn es unterwegs unangenehm wird. Ob ein eingefahrener Fremdkörper noch eine Reifenreparatur erlaubt oder der Satz eher in die Altreifenentsorgung gehört, sagen wir Ihnen direkt am Fahrzeug.

Äußerer Zustand

Sichtbare Beschädigungen an Reifen und Felge, etwa nach Bordsteinkontakt.

Profiltiefe

Wie viel Gummi noch übrig ist und ob der Satz die kommende Saison durchhält.

Fester Sitz

Anzug mit vorgegebenem Drehmoment statt nach Gefühl.

Mit oder ohne Auswuchten wechseln?

Kurze Antwort: Beides ist möglich. Treten nach der Standzeit Vibrationen auf, ist das Auswuchten die sinnvollere Variante.

Während der Radsatz eingelagert war, kann sich einiges getan haben: Ein Gewicht löst sich, Bremsstaub und Schmutz setzen sich fest, ein Reifen verformt sich bei ungünstiger Lagerung leicht. Spüren Sie in der ersten Fahrt nach dem Wechsel ein Zittern, das vorher nicht da war, lohnt der zusätzliche Schritt.

Monteur löst die Radschrauben beim Reifenwechsel mit dem Schlagschrauber

Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Wechseln?

Kurze Antwort: Bevor die Witterung umschlägt. In Deutschland gilt keine feste Datumsregel, sondern eine situative Pflicht bei winterlichen Straßenverhältnissen.

Nach § 2 Absatz 3a der Straßenverkehrs-Ordnung dürfen Kraftfahrzeuge bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte nur mit geeigneter Bereifung gefahren werden. Als geeignet gelten Reifen mit dem Alpine-Symbol, dem Bergpiktogramm mit Schneeflocke, das die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung in § 36 Absatz 4 beschreibt.

Praktisch heißt das: Wer wartet, bis der erste Frost gemeldet wird, steht in derselben Schlange wie alle anderen. Ein Termin einige Wochen vorher bringt die freiere Auswahl an Zeitfenstern.

Welche Profiltiefe sollte der Satz noch haben?

Kurze Antwort: Gesetzlich sind 1,6 Millimeter im Hauptprofil vorgeschrieben. Fachlich empfohlen werden mehr – der Deutsche Verkehrssicherheitsrat nennt 3 Millimeter für Sommer- und 4 Millimeter für Winterreifen.

Die gesetzliche Grenze steht in § 36 Absatz 3 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung und bezieht sich auf die breiten Rillen im mittleren Bereich der Lauffläche. Sie markiert allerdings das Ende der Nutzbarkeit, nicht den Punkt, an dem ein Reifen noch überzeugend arbeitet. Nasse Fahrbahn und Schneematsch verlangen Rillen, die Wasser und Schnee auch tatsächlich aufnehmen können.

Beim Wechseltermin lässt sich das in wenigen Sekunden mitbeurteilen. Wird es knapp, haben Sie eine Saison Vorlauf für die Entscheidung, statt kurzfristig kaufen zu müssen.

Wovon hängt der Aufwand ab?

Kurze Antwort: Von Radgröße, Felgenart und Fahrzeugklasse sowie davon, ob mit oder ohne Wuchten gearbeitet wird. Die verbindlichen Sätze stehen bei jeder Niederlassung.

Ein leichtes Stahlrad eines Kleinwagens verlangt weniger als ein großes Alurad an einem schweren Fahrzeug, das sich kaum noch frei bewegen lässt. Sitzt zusätzlich ein Drucksensor im Rad, kommt ein elektronischer Arbeitsschritt hinzu; mehr dazu auf der Seite RDKS und Sensoren.

Häufige Fragen zum Radwechsel

Ja. Ohne zweiten Satz Kompletträder wird aus dem Wechsel eine Montage, weil die Reifen dann von den Felgen müssen.

Ja, die Profiltiefe gehört zum Safety-Check, den unsere Monteure beim saisonalen Wechsel durchführen.

Halten Sie sich an die Vorgabe Ihres Fahrzeugherstellers. Wir sagen Ihnen beim Termin, was für Ihr Modell gilt.

Ja, die Einlagerung lässt sich mit dem Wechseltermin verbinden. Sprechen Sie uns bei der Buchung darauf an.

Bei direkt messenden Systemen wandert die Elektronik mit dem Rad. Ob an Ihrem Fahrzeug ein Arbeitsschritt nötig wird, klären wir vorab.

Alle Sätze stehen auf der Seite Ihrer Niederlassung, damit sie an einer Stelle aktuell gehalten werden.

Weiterlesen

Reifenpreise und Wechselkosten

Der Überblick über alle Kostenfragen

Reifenmontage

Wenn der Reifen von der Felge muss

Reifen auswuchten

Warum Vibrationen teuer werden

NETTO Standorte

Preislisten und Öffnungszeiten

Rechtzeitig tauschen

Termin sichern, bevor die Umrüstwelle beginnt.