Zweiter Radsatz für den Winter: So planen Sie Winterräder richtig
Winterräder planen: Felgenwahl, RDKS, Kosten und die Lagerung des ruhenden Satzes.
Stand: August 2026 · Geprüft vom NETTO Werkstatt-Team
Dieser Beitrag gehört zum großen Felgen-Ratgeber. Konkrete Stahl- und Alufelgen für Ihr Fahrzeug finden Sie in unserer Felgen-Übersicht.
Kurze Antwort: Der zweite Radsatz rechnet sich meist nach wenigen Saisons: Statt zweimal jährlich Reifenmontage fällt nur der günstige Radwechsel an. Für den Winter eignen sich Stahlfelgen oder winterfeste Alufelgen – RDKS-Sensoren von Anfang an mitplanen.
Das Wichtigste in Kürze:
- Der zweite Radsatz amortisiert sich über die gesparten Montagen meist in wenigen Saisons.
- Winter-Klassiker: Stahlfelge oder winterfeste, beschichtete Alufelge.
- Vier zusätzliche RDKS-Sensoren einplanen (Pflicht bei Erstzulassung ab 11/2014).
- Lagerung: gereinigt, kühl, trocken und dunkel – Luftdruck vorher um ca. 0,5 bar erhöhen.
Wer Sommer- und Winterreifen fährt, steht vor einer Grundsatzentscheidung: jede Saison die Reifen auf demselben Felgensatz umziehen lassen – oder einen zweiten Radsatz für den Winter anschaffen. Die Antwort ist in den meisten Fällen eindeutig: Der zweite Satz rechnet sich schnell, schont Reifen und Felgen und macht den Saisonwechsel zum Zehn-Minuten-Termin. Hier lesen Sie, welche Felge in den Winter gehört, was Sie bei RDKS beachten müssen und wie Sie die Kosten realistisch kalkulieren.
Umziehen oder zweiter Satz: die einfache Rechnung
Ohne zweiten Radsatz müssen die Reifen zweimal im Jahr von der Felge gezogen und neu montiert und gewuchtet werden – das ist der teuerste Arbeitsgang im Reifenservice, wie ein Blick auf die Reifenmontage-Kosten zeigt. Mit zweitem Satz fällt stattdessen nur der deutlich günstigere Radwechsel an: Rad ab, Rad dran, Drehmoment, fertig. Die Mehrkosten der zweiten Felgen holen Sie über die gesparten Montagen typischerweise nach wenigen Saisons wieder herein – und die Reifen danken es zusätzlich, weil jedes Auf- und Abziehen Wulst und Flanke belastet.
Stahlfelge oder Alufelge für den Winter?
Beide Varianten haben ihre Berechtigung – entscheidend ist der Einsatz:
- Stahlfelge: günstig, robust, unempfindlich gegen Streusalz und Splitt – kleine Kratzer sind optisch egal und rosten dank Lackierung nicht gleich durch. Der Klassiker für den Winterbetrieb.
- Winterfeste Alufelge: leichter und optisch hochwertiger. Für den Winter geeignet sind speziell beschichtete bzw. versiegelte Alufelgen – einfache Polier- oder Glanzdreh-Oberflächen leiden unter Salz sichtbar.
Wichtig unabhängig vom Material: Auch der Wintersatz braucht eine gültige Freigabe für Ihr Fahrzeug – Serienrad, ECE oder ABE. Was dabei zählt, steht im Beitrag ABE, Teilegutachten und Eintragung. Und denken Sie an die Schrauben: Stahl- und Alufelgen brauchen oft unterschiedliche Radschrauben – die Details erklärt unser Beitrag Radschrauben und Drehmoment.
RDKS: den Sensorsatz von Anfang an mitplanen
Pkw mit Erstzulassung ab November 2014 müssen an jedem gefahrenen Rad einen funktionierenden Drucksensor haben – auch am Wintersatz. Das heißt: Beim zweiten Radsatz gehören vier zusätzliche RDKS-Sensoren in die Kalkulation, inklusive Anlernen am Fahrzeug. Wer die Sensoren gleich beim Kauf der Winterräder mitbestellt, spart sich spätere Doppelarbeit in der Werkstatt. Was Sensoren und Service kosten, zeigt unsere Übersicht der RDKS-Kosten; die Technik dahinter erklärt die Seite RDKS im Reifenlexikon.
Kompletträder: der bequemste Weg zum Wintersatz
Am einfachsten kommt der zweite Satz als fertig montiertes Paket ins Haus: Winterreifen, Felge, Ventil bzw. Sensor und Wuchtung in einem – das Komplettrad. Damit reduziert sich jeder künftige Saisonwechsel auf den reinen Radwechsel, und die Kombination aus Reifen und Felge ist ab Werk aufeinander abgestimmt. Gerade beim Winterrad, das jahrelang unverändert gefahren wird, ist das die wirtschaftlichste Lösung.
Lagern: Garage, Keller oder Einlagerung
Der ruhende Satz will richtig gelagert sein: kühl, trocken, dunkel, fern von Ölen und Lösungsmitteln. Kompletträder liegen gestapelt oder hängen am Felgenbaum, der Luftdruck wird vor der Pause um etwa 0,5 bar erhöht. Vor dem Einlagern gründlich reinigen – Salzreste arbeiten sonst monatelang an der Felgenoberfläche; wie das geht, zeigt der Beitrag Felgen reinigen und pflegen. Ohne passenden Lagerplatz übernimmt das unsere Reifeneinlagerung: gelagert, versichert, dokumentiert – und zum Wechseltermin stehen die Räder fertig in der Werkstatt.
Wechseltermin klug legen
Rund um die klassischen Stoßzeiten im Frühjahr und Spätherbst sind Werkstatttermine knapp. Wer seinen Wechsel früh bucht, fährt entspannter – bei NETTO reservieren Sie Ihren Termin online in wenigen Klicks und stehen nicht in der Schlange. Übrigens: Beim Wechsel begutachten wir Profiltiefe, Reifenalter und Felgenzustand gleich mit, damit Überraschungen gar nicht erst mitfahren.
Vorhandene Felgen weiterverwenden: erst prüfen, dann sparen
Oft schlummert im Keller noch ein alter Felgensatz vom Vorgängerauto oder vom Gebrauchtkauf. Bevor der Winterreifen daraufkommt, gehören die Felgen geprüft: Passen Lochkreis, ET und Größe zum aktuellen Fahrzeug – und sind sie dafür freigegeben? Sind Schlag, Risse oder großflächige Korrosion erkennbar? Gerade bei älteren Stahlfelgen ist Rost an der Anlagefläche kritisch, weil das Rad dann nicht mehr plan an der Nabe sitzt. Die Prüfung dauert in der Werkstatt nur Minuten und entscheidet, ob der alte Satz eine Saison-Basis oder ein Sicherheitsrisiko ist.
Werkstatt oder selbst wechseln?
Mit zweitem Radsatz können Sie den Saisonwechsel grundsätzlich selbst erledigen – Drehmomentschlüssel, Unterstellbock und die Regeln aus unserem Beitrag Radschrauben und Drehmoment vorausgesetzt. Der Werkstatt-Wechsel bleibt trotzdem die bequeme Wahl: Räder werden auf Schäden und Profiltiefe geprüft, auf Wunsch gewuchtet, das RDKS wird korrekt übernommen, und die Räder wandern direkt in die Einlagerung. Beim Blick auf die überschaubaren Radwechsel-Preise rechnet sich das Selbermachen meist nur für Überzeugungstäter.
Weitere Themen im Felgen-Ratgeber
Kompletträder
Reifen und Felge als Einheit
Radschrauben und Drehmoment
Bund, Länge und fester Sitz
Felgen reinigen
Klarlack, Bremsstaub und Streusalz
ABE und Teilegutachten
Was erlaubt ist und was eingetragen wird
Alle Grundlagen im Überblick: der große Felgen-Ratgeber.
Häufige Fragen zu Winterrädern und zweitem Radsatz
Lohnt sich ein zweiter Radsatz für den Winter?
In den meisten Fällen ja. Statt zweimal jährlich teurer Reifenmontage fällt nur der günstigere Radwechsel an – die Mehrkosten der zweiten Felgen amortisieren sich typischerweise innerhalb weniger Saisons. Zusätzlich werden Reifen und Felgen geschont, weil das Auf- und Abziehen entfällt.
Stahlfelgen oder Alufelgen für Winterreifen?
Stahlfelgen sind günstig, robust und unempfindlich gegen Streusalz – ideal für den harten Winterbetrieb. Winterfeste, speziell beschichtete Alufelgen sind die optisch hochwertigere Alternative. Ungeeignet für den Winter sind empfindliche Oberflächen wie glanzgedrehte oder polierte Felgen.
Brauche ich für den Wintersatz eigene RDKS-Sensoren?
Ja, bei Pkw mit Erstzulassung ab dem 1. November 2014. Jedes gefahrene Rad braucht einen funktionierenden Drucksensor – also vier zusätzliche Sensoren für den Wintersatz, die am Fahrzeug angelernt werden. Am günstigsten ist es, sie direkt beim Radkauf mitzubestellen.
Was kostet ein zweiter Radsatz für den Winter?
Die Spanne hängt an Felgentyp (Stahl oder Alu), Reifengröße und RDKS: vom günstigen Stahlfelgen-Satz für Kleinwagen bis zum Alu-Komplettradsatz für SUV. Dazu kommen einmalig ggf. vier RDKS-Sensoren. Gegenzurechnen sind die jede Saison gesparten Montagekosten – wir kalkulieren Ihnen beide Varianten transparent.
Kann ich Winterreifen auf meinen Sommerfelgen fahren?
Technisch ja, wirtschaftlich selten sinnvoll: Die Reifen müssten jede Saison umgezogen und neu gewuchtet werden, was auf Dauer teurer ist als ein zweiter Felgensatz. Zudem leiden hochwertige Sommer-Alufelgen unter Streusalz und Splitt im Winterbetrieb.
Wie lagere ich den ruhenden Radsatz richtig?
Gereinigt, kühl, trocken und dunkel: Kompletträder liegend gestapelt oder am Felgenbaum, Luftdruck vor der Lagerung um etwa 0,5 bar erhöht. Wer keinen geeigneten Platz hat, nutzt die Einlagerung beim Reifenservice – dort sind die Räder versichert und zum nächsten Termin direkt vor Ort.
Räder wechseln oder montieren lassen?
Buchen Sie Ihren Termin online oder wählen Sie direkt Ihre Niederlassung.