Kompletträder: Reifen und Felge als montierte Einheit

Fertig montiert, gewuchtet, mit Sensor – warum das Komplettrad den Saisonwechsel einfacher macht.

Stand: August 2026 · Geprüft vom NETTO Werkstatt-Team

Dieser Beitrag gehört zum großen Felgen-Ratgeber. Konkrete Stahl- und Alufelgen für Ihr Fahrzeug finden Sie in unserer Felgen-Übersicht.

Kurze Antwort: Ein Komplettrad ist die fertig montierte, gewuchtete Einheit aus Felge, Reifen und Ventil beziehungsweise RDKS-Sensor. Es lohnt sich fast immer, wenn Sie saisonal wechseln – dann fällt nur noch der günstige Radwechsel an statt der Reifenmontage.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Komplettrad = Felge + Reifen + Ventil bzw. RDKS-Sensor, fertig montiert und gewuchtet.
  • Mit zweitem Satz kostet der Saisonwechsel nur noch den Radwechsel statt der Reifenmontage.
  • Bei Pkw mit Erstzulassung ab 11/2014 gehört in jedes Rad ein RDKS-Sensor.
  • Vor dem Kauf prüfen: Zulassung, Traglast, Geschwindigkeitsindex und DOT-Alter der Reifen.

Ein Komplettrad ist die bequemste Art, neue Räder zu fahren: Reifen und Felge kommen fertig montiert, gewuchtet und – wenn nötig – mit eingebautem RDKS-Sensor. Statt Reifen aufziehen zu lassen, wird das Rad nur noch ans Auto geschraubt. Das spart beim saisonalen Wechsel Zeit und Geld und schont Reifen wie Felge. Hier lesen Sie, was genau zu einem Komplettrad gehört, wann sich der Kauf lohnt und welche Punkte Sie vor der Bestellung prüfen sollten.

Was gehört zu einem Komplettrad?

Ein Komplettrad besteht aus vier Komponenten, die als Einheit ausgeliefert werden:

  • Felge – Stahl oder Aluminium, passend zu Fahrzeug und Zulassung
  • Reifen – bereits fachgerecht aufgezogen und mit korrektem Druck befüllt
  • Auswuchtung – Rad und Reifen sind gemeinsam feingewuchtet
  • Ventil oder RDKS-Sensor – bei Fahrzeugen mit direktem Reifendruckkontrollsystem inklusive Sensor

Der Unterschied zum Einzelkauf liegt nicht in den Teilen, sondern im Zustand: Beim Komplettrad ist die Montagearbeit schon erledigt. Am Fahrzeug findet nur noch ein Radwechsel statt – kein Aufziehen, kein Abdrücken, kein separates Wuchten.

Die Vorteile gegenüber dem Einzelkauf

Schneller und günstiger Saisonwechsel: Wer zwei Radsätze fährt, zahlt beim Wechsel von Komplettrad zu Komplettrad nur den Radwechsel – die deutlich aufwendigere Reifenmontage entfällt. Über einige Saisons gerechnet macht das einen spürbaren Unterschied; die aktuellen Preise finden Sie in unserer Übersicht der Reifenmontage-Kosten.

Materialschonung: Jedes Auf- und Abziehen belastet Reifenwulst und Felgenhorn. Bleiben Reifen und Felge dauerhaft verbunden, entfällt diese Belastung komplett.

Passgenauigkeit ab Werk: Beim konfigurierten Komplettrad sind Felgengröße, Einpresstiefe, Traglast und Reifendimension aufeinander und auf das Fahrzeug abgestimmt – die Zulassungsfrage ist beim seriösen Kauf gleich mitgeklärt.

Sommer, Winter oder ganzjährig?

Kompletträder gibt es mit Sommer-, Winter- und Ganzjahresreifen. Die meisten unserer Kunden kombinieren zwei Sätze: Sommerreifen auf Alufelgen, Winterreifen auf robusten Stahl- oder winterfesten Alufelgen. Wie Sie den zweiten Satz planen, welche Felge in die kalte Jahreszeit gehört und was das kostet, haben wir im Beitrag Zweiter Radsatz für den Winter zusammengefasst.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

  • Zulassung: Die Rad-Reifen-Kombination muss über Fahrzeugpapiere, ECE oder ABE freigegeben sein – Details im Beitrag ABE, Teilegutachten und Eintragung
  • RDKS: Fahrzeuge mit Erstzulassung ab November 2014 brauchen funktionierende Drucksensoren in jedem Rad – beim Komplettrad direkt mitbestellen und anlernen lassen
  • Traglast und Geschwindigkeitsindex: Reifen und Felge müssen die Achslasten und die Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs tragen dürfen
  • Einpresstiefe und Lochkreis: müssen exakt zum Fahrzeug passen – die Grundlagen erklärt der Beitrag Felgengröße, Lochkreis und Einpresstiefe
  • Reifenalter: Auch beim Komplettrad auf ein frisches DOT-Datum der Reifen achten

Wechsel, Wuchten und Einlagerung

Auch Kompletträder gehören regelmäßig auf die Wuchtmaschine: Durch Verschleiß und kleine Gewichtsverluste kann die Laufruhe über die Saisons nachlassen – spürbar als Vibration im Lenkrad. Beim saisonalen Wechsel prüfen wir das auf Wunsch gleich mit; was das kostet, steht in der Übersicht Reifen auswuchten.

Für die Lagerung des zweiten Satzes gilt: kühl, trocken, dunkel – Kompletträder liegend gestapelt oder am Felgenbaum, leicht erhöhter Luftdruck vor der Einlagerung. Wer keinen Platz hat, gibt die Räder bei uns in die Reifeneinlagerung: fachgerecht gelagert, versichert und zum nächsten Termin direkt in der Werkstatt.

Wann lohnt sich das Komplettrad – und wann nicht?

Das Komplettrad lohnt sich fast immer, wenn Sie saisonal wechseln oder ohnehin neue Felgen anschaffen. Es lohnt sich nicht, wenn Ihre vorhandenen Felgen in gutem Zustand sind und nur die Reifen verschlissen sind – dann ist die klassische Reifenmontage auf die bestehende Felge der wirtschaftlichere Weg. Unsicher? Bringen Sie Fahrzeugschein und aktuelle Räder mit – wir rechnen Ihnen beide Varianten transparent durch.

Komplettrad konfigurieren: in vier Schritten zum passenden Satz

  • 1. Fahrzeugdaten klären: HSN/TSN aus der Zulassungsbescheinigung – damit stehen die zulässigen Größen fest.
  • 2. Felge wählen: Stahl oder Alu, Design und Größe – innerhalb der freigegebenen Kombinationen.
  • 3. Reifen wählen: Saison, Marke und Budget; auf Traglast-, Geschwindigkeitsindex und EU-Label achten.
  • 4. RDKS und Montagetermin: Sensoren mitbestellen, Wunschtermin für die Übergabe oder den Radwechsel buchen.

Genau so arbeiten wir auch in der Niederlassung: Fahrzeugschein mitbringen genügt – die Kombination aus Felge, Reifen und Freigabe stellen wir gemeinsam zusammen, inklusive verbindlichem Komplettpreis.

Gebrauchte Kompletträder: Schnäppchen mit Prüfliste

Gebrauchte Kompletträder können sich lohnen – wenn Substanz und Papiere stimmen. Prüfen Sie das DOT-Alter der Reifen (mehr als sechs Jahre alte Reifen sind kein Kauf), die Profiltiefe (deutlich über dem gesetzlichen Minimum, sonst kaufen Sie Restlaufzeit), Felgen auf Schlag, Risse und Korrosion sowie die Zulassung fürs eigene Fahrzeug. Unbekannte Vorgeschichte heißt: vor der Montage auswuchten und auf Höhenschlag prüfen lassen – das deckt verborgene Schäden zuverlässig auf.

Weitere Themen im Felgen-Ratgeber

Zweiter Radsatz im Winter

Stahl oder Alu in der kalten Jahreszeit

Felgengröße und ET

Alle Maße am Rad erklärt

ABE und Teilegutachten

Was erlaubt ist und was eingetragen wird

Felgen reinigen

Klarlack, Bremsstaub und Streusalz

Alle Grundlagen im Überblick: der große Felgen-Ratgeber.

Häufige Fragen zu Kompletträdern

Inhaltlich keiner – der Unterschied liegt im Lieferzustand. Beim Komplettrad sind Reifen, Felge, Ventil bzw. RDKS-Sensor bereits montiert und gemeinsam gewuchtet. Es muss nur noch ans Fahrzeug geschraubt werden, während beim Einzelkauf die Reifenmontage dazukommt.

Beim Anschaffungspreis nehmen sich beide Varianten wenig. Der Kostenvorteil entsteht über die Jahre: Der saisonale Wechsel von Komplettrad zu Komplettrad ist deutlich günstiger als das zweimalige Umziehen der Reifen auf einem einzigen Felgensatz.

Bei Pkw mit Erstzulassung ab dem 1. November 2014 ja: Jedes montierte Rad braucht einen funktionierenden Drucksensor, der am Fahrzeug angelernt wird. Bestellen Sie Kompletträder deshalb immer inklusive passendem RDKS-Sensor.

Eine feste Frist gibt es nicht. Spätestens bei Vibrationen im Lenkrad oder nach einem Bordstein- oder Schlaglochkontakt sollten die Räder auf die Wuchtmaschine. Sinnvoll ist eine Kontrolle beim saisonalen Wechsel, da die Räder dann ohnehin demontiert sind.

Grundsätzlich ja – mit Wagenheber, Drehmomentschlüssel und dem korrekten Anzugsmoment. Wichtig sind das Anziehen über Kreuz und das Nachziehen nach etwa 50 bis 100 Kilometern. Bei RDKS-Fahrzeugen muss das System die Sensoren nach dem Wechsel korrekt übernehmen.

Kühl, trocken, dunkel und fern von Lösungsmitteln: liegend gestapelt oder hängend am Felgenbaum, vorher gereinigt und mit etwa 0,5 bar erhöhtem Luftdruck. Alternativ übernimmt die Einlagerung beim Reifenservice Lagerung, Versicherung und Zustandskontrolle in einem.

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