Felgen & Kompletträder – der große Ratgeber

Felgen tragen mehr als nur das Design

Größen, Zulassung, Kompletträder und Pflege – kompakt erklärt, damit Sie wissen, was an Ihr Fahrzeug passt und was in der Werkstatt damit geschieht.

Sie suchen konkrete Modelle? Die Auswahl an Stahl- und Alufelgen finden Sie in unserer Felgen-Übersicht. Dieser Ratgeber erklärt die Technik dahinter.

Was eine Felge im Fahrbetrieb aushalten muss

Zwischen Reifen und Radnabe sitzt ein Bauteil, das im Alltag kaum Beachtung findet und trotzdem dauerhaft arbeitet. Die Felge überträgt Antriebs- und Bremsmomente auf den Reifen, hält ihn luftdicht auf seinem Sitz und nimmt jeden Stoß auf, den eine Fahrbahnkante an das Rad weitergibt. Dazu kommt Wärme: Bei kräftigem Bremsen wandert ein Teil der Energie über Nabe und Radschrauben ins Rad hinein.

Eine Felge ist deshalb kein reines Zubehörteil. Maß, Werkstoff und Befestigung müssen zum Fahrzeug passen. Stimmt etwas davon nicht, leidet zuerst das Fahrverhalten – und im ungünstigsten Fall die Betriebserlaubnis.

Stahlfelge oder Alufelge?

Kurze Antwort: Stahl ist robust und im Ersatz günstig, Aluminium ist leichter, im Design freier und besser bei der Wärmeabfuhr. Beide dürfen ganzjährig gefahren werden, solange sie für das Fahrzeug freigegeben sind.

Stahlfelgen werden aus Blech gepresst und verschweißt. Sie quittieren einen Bordsteinkontakt eher mit einer Delle als mit einem Riss und lassen sich vergleichsweise preiswert ersetzen. Optisch bleiben sie schlicht und verschwinden meist unter einer Radzierblende.

Alufelgen entstehen im Guss- oder Schmiedeverfahren. Bei gleicher Größe sind sie in der Regel leichter, was die ungefederte Masse senkt, und sie geben Bremswärme schneller ab. Dafür reagiert die lackierte Oberfläche empfindlicher auf Streusalz und scharfe Reiniger.

Gewicht und Fahrverhalten

Weniger Masse am Rad bedeutet, dass die Radaufhängung Unebenheiten schneller ausgleichen kann.

Winter und Streusalz

Aluminium ist nicht winteruntauglich. Entscheidend ist ein intakter Klarlack und regelmäßiges Abspülen.

Ersatz im Schadensfall

Eine schlichte Stahlfelge ist schneller und günstiger ersetzt als ein Designrad mit besonderer Oberfläche.

Die Felgenkennzeichnung lesen

Auf der Innenseite jeder Felge steht eine Zeichenfolge mit allen wichtigen Maßen. Ein typisches Beispiel ist 7J x 16 H2 ET45. Die 7 ist die Maulweite in Zoll, also der Abstand zwischen den beiden Felgenhörnern, auf denen der Reifen sitzt. Das J beschreibt die Form dieses Felgenhorns. Die 16 steht für den Durchmesser in Zoll und muss zur Reifengröße passen. H2 bezeichnet die Ausführung der Humps – kleiner Wülste, die den Reifenwulst bei Luftverlust in Position halten. ET45 ist die Einpresstiefe in Millimetern.

Zwei Angaben fehlen in dieser Zeile und sind trotzdem entscheidend: der Lochkreis, geschrieben zum Beispiel als 5/112 für fünf Bohrungen auf einem Teilkreis von 112 Millimetern, und die Mittenlochbohrung, mit der das Rad auf dem Zentrierbund der Nabe sitzt.

Maulweite und Durchmesser

Beide entscheiden mit, welche Reifenbreiten überhaupt montiert werden dürfen.

Einpresstiefe (ET)

Sie bestimmt, wie weit das Rad im Radhaus nach innen oder außen steht.

Lochkreis und Nabe

Bohrungszahl, Teilkreis und Mittenloch müssen exakt zum Fahrzeug passen.

Wo Sie diese Werte am Fahrzeug und in den Papieren finden, steht ausführlich im Beitrag Felgengröße, Lochkreis und Einpresstiefe verstehen. Welche Reifenbreite anschließend auf welche Maulweite darf, klärt die Reifen-Felgen-Kombination.

Welche Felgen sind für Ihr Fahrzeug zugelassen?

Nicht jedes Rad, das mechanisch passt, darf auch gefahren werden. Räder mit einer Allgemeinen Betriebserlaubnis bringen ihre Zulassung mit; häufig genügt es, das Dokument mitzuführen und die dort genannten Auflagen einzuhalten. Liegt statt dessen ein Teilegutachten vor, muss die Umrüstung von einer amtlich anerkannten Prüforganisation abgenommen und danach in die Fahrzeugpapiere eingetragen werden.

Diese Abnahme führen wir nicht selbst durch, sie gehört zu den Prüforganisationen. Vor der Montage sagen wir Ihnen aber, welche Unterlagen zu Ihrem Wunschrad gehören. Die Einzelheiten stehen im Beitrag ABE, Teilegutachten und Eintragung.

Kompletträder: Reifen und Felge als Einheit

Ein Komplettrad ist ein fertig montiertes und gewuchtetes Rad aus Felge, Reifen und Ventil beziehungsweise Sensor. Wer einen zweiten Satz besitzt, tauscht saisonal nur noch die Räder, statt jedes Mal Reifen von den Felgen ziehen zu lassen. Das verkürzt den Werkstatttermin und schont die Reifenwulste.

Was in einem Satz enthalten ist und ab wann er sich rechnet, steht im Beitrag Kompletträder. Den saisonalen Ablauf beschreibt der Radwechsel.

Was in der Werkstatt mit Ihren Rädern passiert

Beim Aufziehen führt die Montagemaschine den Reifenwulst über das Felgenhorn, ohne die Oberfläche zu beschädigen; anschließend wird das Rad ausgewuchtet. Sitzt im Rad ein Sensor der Reifendruckkontrolle, kommt ein weiterer Arbeitsschritt hinzu. Die Abläufe im Einzelnen beschreiben die Beiträge zur Reifenmontage, zum Auswuchten und zum RDKS. Was der jeweilige Service in Ihrer Nähe kostet, steht auf der Seite Ihrer Niederlassung.

Pflege, Winter und Streusalz

Streusalz, Bremsstaub und Straßenschmutz setzen der Oberfläche zu. Wer die Räder regelmäßig abspült und für die Wintersaison bewusst plant, verlängert ihre Lebensdauer spürbar. Wie das ohne Schaden am Klarlack gelingt, steht unter Felgen reinigen und vor Streusalz schützen; ob dafür Stahl oder Alu die bessere Wahl ist, klärt der zweite Radsatz für den Winter. Vor dem Einlagern übernehmen wir das Waschen auf Wunsch im Rahmen der Reifeneinlagerung.

Wenn eine Felge beschädigt ist

Ein Bordsteinkontakt hinterlässt oft nur einen Kratzer im Lack. Kritisch wird es, wenn das Felgenhorn verformt ist, das Rad einen Höhenschlag hat oder ein Riss sichtbar wird – dann gehört das Rad nicht mehr an die Achse. Beim Termin sehen wir uns den Schaden an und sagen Ihnen, ob das Rad weiterlaufen darf. Ausgemusterte Stahl- und Alufelgen nehmen wir zur fachgerechten Entsorgung an, ebenso wie alte Reifen.

Alle Themen im Felgen-Ratgeber

Felgengröße und ET

Alle Maße am Rad erklärt

ABE und Teilegutachten

Was erlaubt ist und was eingetragen wird

Kompletträder

Wann sich der zweite Radsatz lohnt

Radschrauben und Drehmoment

Bund, Länge und fester Sitz

Zweiter Radsatz im Winter

Stahl oder Alu in der kalten Jahreszeit

Felgen reinigen

Klarlack, Bremsstaub und Streusalz

Reifen und Felge kombinieren

Welche Reifenbreite auf welche Felge passt

Räder für Elektroautos

Gewicht, Tragfähigkeit und Geräusch

Häufige Fragen zu Felgen und Kompletträdern

ET steht für Einpresstiefe und gibt in Millimetern an, wie weit die Anlagefläche des Rades von der Felgenmitte abweicht. Ein kleinerer Wert rückt das Rad weiter nach außen.

Nein. Der Lochkreis ist nur eine von mehreren Bedingungen. Durchmesser, Maulweite, Einpresstiefe, Mittenlochbohrung und die Freigabe für das Fahrzeug müssen ebenfalls stimmen.

Das hängt vom Papier ab, das zum Rad gehört. Bei einer Allgemeinen Betriebserlaubnis genügt meist das Mitführen des Dokuments, bei einem Teilegutachten ist eine Abnahme mit anschließender Eintragung nötig.

Ja, sofern sie für das Fahrzeug freigegeben sind. Wichtig sind ein unbeschädigter Klarlack und regelmäßiges Abspülen, damit Streusalz nicht dauerhaft anhaftet.

Der Preis richtet sich nach Zollgröße und Fahrzeug. Die gültige Liste finden Sie auf der Seite Ihrer Niederlassung.

Ja. Stahl- und Alufelgen nehmen wir zur fachgerechten Entsorgung an.

Nicht zwingend. Wechseln Sie aber auf Räder mit anderem Bund oder anderer Bauhöhe, müssen passende Schrauben verwendet werden.

Räder wechseln oder montieren lassen?

Buchen Sie Ihren Termin online oder wählen Sie direkt Ihre Niederlassung.